Wir beziehen diesen Kaffee über unseren Freund Nikolai von Desarrolladores de Café aus Medellín.
Wilder Lazo ist eigentlich Tierarzt und auf Viehzucht spezialisiert. Als die Kaffeepreise im Jahr 2016 weiter fielen und sein Vater schwer erkrankte, entschloss er sich gemeinsam mit seinem Bruder, den Familienbetrieb grundlegend neu auszurichten. Trotz hoher Investitionen und aufwendiger Aufbereitung erreichten ihre Kaffees zunächst lediglich 80–83 Punkte auf der Cupping-Skala.
Wilder begann daraufhin, Bodenanalysen durchzuführen und gezielt Nährstoffe sowie Dünger einzusetzen, um den pH-Wert zu optimieren und die Nährstoffverfügbarkeit für die Kaffeepflanzen zu verbessern. Diesen Ansatz bezeichnet er als Präzisionslandwirtschaft.
Bei der Aufbereitung setzt Wilder bewusst auf anaerobe Fermentation, da die Mikroorganismen unter Sauerstoffausschluss deutlich langsamer arbeiten und so den „wahren Kaffeegeschmack“ stärker betonen. Streng genommen ist Fermentation per Definition immer anaerob – in der Kaffeeaufbereitung wird jedoch alles, was zwischen Ernte und Trocknung geschieht, häufig pauschal als Fermentation bezeichnet.
Die Basis bildet ein optimal versorgter Boden. Geerntet werden ausschließlich vollreife, außergewöhnlich große Kaffeekirschen, die zunächst in Wassertanks gewaschen werden, um Verunreinigungen und schwimmende Bohnen zu entfernen.
Die anschließende anaerobe Fermentation erfolgt für 60 Stunden in blauen Tanks ohne Wasser. Danach wird der Kaffee mit Fruchtfleisch auf dem Pergament getrocknet – das Ergebnis ist ein Red-Honey-Prozess.
Das Resultat: ein fruchtbetonter Pink Bourbon mit mehr Süße, intensiver Fruchtigkeit, außergewöhnlicher Klarheit und zugleich reduziertem Wasserverbrauch.